Muschelessen-010

Ein Berg von schwarzen Muscheln

Ein imposanter Berg aus 25 Kilogramm schwarzglänzenden Muscheln liegt am Schiffsanlegeplatz am Rhein. 40 Flaschen Crémant d’ Alsace stehen Spalier. 30 “Baguette traditionelle” vom Bäcker aus St. Louis bewachen in Kreuzbeige die Szene. “En bloc” liegt träge ein Viertellaib Roquefort daneben und schläft. Gesalzene Butter schielt zum Brot. Eine Horde kleiner grüner Perriers liegt quirlig auf Eis und schreit danach, getrunken zu werden. Ein grosses Feuer prasselt. Der Duft von Zwiebeln liegt in der Luft. Zwei Gastronauten begrüssen ihre Gäste. Ein lauer Herbstabend verspricht Genuss. Die Wellen plätschern in Richtung Meer.

Fotos: Florian Bitterlin

Wir sitzen in Grüppchen an sieben kleinen Feuerschalen. Wir schwatzen, lachen, trinken. Der Himmel ist feuerrot.
Die Gastronauten bringen erst Crémant, dann mit Schaufeln glühend heisse Kohle aus dem grossen Feuer. Sie füllen unsere kleinen Kochstellen. Ein duftender Sud wird serviert und nach kurzem warten blubbert und dampft er bereits und erzählt etwas von Zitronen, Wachholder-Sträuchen und Salzbecken am Atlantik. Schüsseln voller Muscheln werden am Muschelberg abgegraben, zu uns gebracht und in die vielversprechende Brühe gegeben. Es riecht wie in Concale am Strand. Mit einem Sieb fischen wir kurz später die Delikatessen aus dem heissen Bad und essen sie unter wohligem Seufzen zu Brot und gesalzener Butter.
Der Muschelberg ist jetzt auf die Hälfte geschrumpft und die Gastronauten kommen mit Roquefort vorbei. Sie geben den rezenten Käse zusammen mit neuen Muscheln in die heissen Töpfe und der Duft in der Luft intensiviert sich. Der Himmel ist nun schwarz. Die Nacht isst jetzt mit. Die “Moules au Roquefort” übertreffen die Ersten. Aus dem wohligen Seufzen wird ein lustvolles Stöhnen. Wir Esser werden satt. Der Muschelberg ist jetzt weg, er ist in unseren Bäuchen. Das Feuer brennt weiter.

muschelgif


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