Eleonora_Futura

Die Zukunft im Teller

Während dreier Montagen kocht die Internationale Gastronautische Gesellschaft im Parterre zum Jahresbeginn ein Menu, dass dem Gast die Zukunft vorhersagt. Unterstützt werden wir von der Wahrsagerin Eleonora Futura, die dem Gast bei der Deutung einiger Speisen hilft.
Kulinarische Wahrsagerituale aus verschiedenen Ländern und Epochen kommen zum Einsatz.


Lapsang-Zitronengrasssüppchen mit Judasohren und Kokosmilch

Eine Suppe, die mit einem geräucherten Schwarztee gekocht wird. Dabei hat man es als Esser in der Hand, wie viel man über seine Zukunft erfahren will. Denn je mehr Teeblätter man beim Essen der Suppe verspeist, desto unschärfer wird die Prognose durch die Wahrsagerin. Denn das Bild, das durch die unverspeisten Teeblätter auf dem Teller zurückbleibt, enthält die Prognose des künftigen Lebens.
Das “Teeblätterlesen” der morgenländischen Bell-Epoque.

Granatapfel-Cherrytomatensalat
Ein Wahrsageritual der Clowns, Marktfahrer und Henker des viktorianischen Londons, bei dem Spontanität gefragt ist. Denn wenn der letzte Löffel verspeist ist, muss ohne zu überlegen ein Vokal ausgesprochen werden. Kombiniert man diesen Vokal mit der Uhrzeit, zu der er gesprochen wurde, erhält man (nach einigem Gerechne) eine eindeutige Prophezeiung zu Dingen wie Familienglück, Wetter an Ostern oder wann man das nächste Mal Gäste zum Essen einladen soll.

Kadayif-Nester mit Gorgonzola-Birnenfüllung an pikanter Sumak-Peperonata mit Süsskartoffel
Ein einfaches Wahrsageritual aus dem dänischen Norden, das mit allen gebäckartigen Speisen gemacht werden kann. Dabei werden in die Gebäcke eine unterschiedliche Anzahl von Haselnüssen versteckt. Beim königlichen Original für 33 Gebäcke werden insgesamt 66 Nüsse verwendet. Demzufolge können theoretisch in jedem Stück maximal 66 Nüsse und minimal keine einzige Nuss sein.
Je mehr Nüsse man beim Essen findet, desto mehr Geld wird man im kommenden Jahr verdienen. Je weniger man findet, desto mehr Liebe wird man erfahren.
Der dänische Adel hat im Mittelalter anhand dieser Nussprognosen die Steuern erhöht oder gesenkt. Die Prognose wurde also immer wahr.

Quitten-Lammragout mit warmer Edamame und Safranquinoa
Das Würfelgericht der karibischen Peuschinachen-Piraten: Von einer Wahrsagerin wird auf die Unterseite des Tellers (damals Bananenblatt) eine Zahl gemalt. Im Festtags-Eintopf befinden sich Würfel. Erwischt man einen Würfel, muss man ihn zurück in den Teller spucken. Je näher die Würfel am Ende vom Essen bei der Zahl auf deiner Tellerunterseite liegen, desto grösser dein Glück.
Anzumerken ist, dass in der Sprache der Peuschinachen-Piraten Glück wörtlich übersetzt so viel hiess wie “Nichtarbeit”. Liegt die Würfelzahl demzufolge weit weg von der Zahl auf der Tellerunterseite, kann das auch bedeuten, dass man viel Arbeit haben wird, was für manchen Nichtpirat auch Glück sein kann.

Pistazien-Ricotta-Roulade mit Mandarinen-Rum-Reduktion
Eine vergessene Wahrsage-Methode aus dem Misox. Ähnlich dem Teeblätterlesen werden die Spuren im Geschirr gedeutet. Allerdings muss der Esser hier am Ende seines Essens die Sauce vom Tellerboden lecken. Die entstandenen Schleckspuren geben hinweise zur Zukunft.
Allgemeine und unpersönliche Prognosen wie Ernte, Saat, Wetter etc. können erzielt werden, wenn man den Teller nach dem Essen dem Bernhardiner (eine Hunderasse aus dem Misox) zum Ablecken gibt.

In Kooperation mit:
parterre_basel


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