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Der Duft der Kanalisation

2004 waren wir in Frankreich. Ganz in der nähe von Megève.
Eines Mittags, wir nahmen lautes Lamm zu uns, wurden wir auf eine Gruppe stinkender Männer aufmerksam, die lautstark debattierten. Sie diskutierten so, wie nur Franzosen es tun, wenn sie wegen eines kulinarischen Themas emotional werden.
Es stellte sich heraus, dass es Beamte waren. Kanalisationsarbeiter. Sie stritten sich darüber, ob der Geruch aussergewöhlicher unterhalb des berühmten Sterne-Restaurants sei, oder ob die Abwässer vom Hotel, wo die meisten Gäste des Restaurants abstiegen, aussergewöhnlicher sei. (Darüber, dass ein Unterschied zu normalen Orten der Kanalistion festzustellen sei, herrschte Konsens.) Etwas Delikates hinge dort in der Röhre. Beschrieben uns die begeisterten Herren nach näherem Fragen. So Delikat, dass es dem sonst eher unangenehmen Mief olfaktorisch die Stirn böte und die Nasen ganz eigentümlich kitzele. Einer gestand, dort immer wieder hin zu müssen. Wie Trüffel ziehe ihn das an. Und es schien auch den Kollegen ein besonderes Vergnügen zu sein in diesen Bereichen der Kanalisation zu arbeiten.
Bei Vollmondnächten, erzählten die Kollegen gar, könne man an diesem speziellen Kraftort der Kanalisation den besten Koch Frankreichs beobachten, wie er um neue Rezepte bat.

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